29.05.2026 | Stuttgart – Istanbul – Dalaman – Marmaris

Endlich ist es wieder so weit! Der erste Törn des Jahres auf unserer geliebten Pura Vida steht an. Doch bevor wir die Segel setzen können, liegt eine lange Anreise vor uns.

Der frühe Vogel fängt… den Flug?

Der Tag begann, wie so oft vor einem Törn, viel zu früh. Um 5:30 Uhr riss uns der Wecker aus dem Schlaf. Eine schnelle Dusche, die letzten Reste in die Taschen stopfen, und schon war es Zeit für den ersten Kaffee. Dirk sammelte ZR in Stuttgart ein, und pünktlich um 8:00 Uhr stand Nicky vor der Tür, um uns zum Flughafen zu fahren. Ein Luxus, den wir sehr zu schätzen wissen!

Am Stuttgarter Flughafen herrschte eine angenehme Leere – uns sollte es recht sein. Beim Check-in dann die erste kleine Hiobsbotschaft: Unsere Umsteigezeit in Istanbul von nur einer Stunde und zwanzig Minuten sei extrem knapp bemessen. “Sie werden rennen müssen”, betonte die Dame am Schalter mehrfach. Als Nane dann fragte, warum man uns bei so knapper Zeit ausgerechnet in Reihe 31 platziert, gab es nur ein Schulterzucken. Na, das kann ja heiter werden.

Die Sicherheitskontrolle verlief für Dirk und ZR reibungslos, doch Nane wurde mal wieder herausgefischt. Sogar ihre kleine Anker Powerbank erregte die Aufmerksamkeit des Personals. Kurios, denn Dirk, bepackt mit Drohnen-Akkus, GoPro-Akkus und einer riesigen Powerbank, spazierte ohne Probleme durch. Es scheint fast so, als hätte es das Sicherheitspersonal auf Nane abgesehen, seit sie auf einem Flug nach Berlin ihre (den Vorschriften entsprechende) Powerbank im Schließfach zurücklassen musste. Aber wie wir wissen: Diskutiere niemals mit Sicherheitspersonal.

Die Passkontrolle für die Ausreise zog sich dank neuer Technik mit Foto und Fingerabdrücken ewig in die Länge. Trotz der gefühlt wenigen Passagiere brauchten wir über eine Stunde bis zum Gate. Aber egal, jetzt geht es endlich los!

Istanbul: Ein Flughafen im Sprint-Modus

Der Flug nach Istanbul war ruhig und pünktlich. Kaum waren die Anschnallzeichen erloschen, bahnte sich Nane ihren Weg durch die Gänge, immer wieder mit dem Satz: „Sorry, we need to catch our connecting flight.“ Es funktionierte! Wir waren schnell aus dem Flieger, nur Dirk wurde von einer korpulenten Dame kurzzeitig aufgehalten.

Und dann hieß es: rennen! Die Apple Watch fragte prompt, ob wir ein Workout gestartet hätten – ja, hatten wir! Unser Ziel: der Domestic Connecting Flight. Doch auch hier wartete eine schier endlose Schlange an der Passkontrolle. Es ist Bayram, der höchste türkische Feiertag, was das Chaos erklärte. Erneut zückten wir unsere Geheimwaffe: „Sorry, we have a connecting flight.“ Die Menschen waren unglaublich verständnisvoll und ließen uns passieren. Nach einer weiteren Sicherheitskontrolle erreichten wir endlich unser Gate, wo das Boarding gerade begann. Erschöpft, aber glücklich, kaufte Nane noch schnell drei Flaschen Wasser gegen den ärgsten Durst.

Auf nach Dalaman!

Auf dem Flug nach Dalaman wurden wir von einer Kapitänin begrüßt – wie cool! Aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens in Istanbul starteten wir mit fast 50 Minuten Verspätung, aber das konnte unsere Laune nicht trüben. In Dalaman gab die Pilotin wegen des starken Windes dann noch eine Runde aus – erst beim zweiten Anflug klappte die Landung. In Dalaman wartete schließlich unser DM-Transfer.

Am Flughafen Dalaman schafften wir es diesmal sogar, einen Gepäckwagen zu ergattern – meist sind die Automaten defekt, aber dank eines 2-Euro-Stücks von ZR hatten wir Glück. Während Dirk auf unsere Seesäcke wartete, besorgten ZR und Nane die obligatorischen Getränke: Martini, Raki und eine Flasche Whiskey als Bestellung von Mehmet.

Unser Fahrer von DM-Transfer erwartete uns bereits. Im komfortablen VW-VIP-Shuttle konnten wir endlich durchatmen und waren einfach nur froh, dass trotz der Rennerei alles geklappt hat.

Ankunft auf der Pura Vida

Gegen 20:40Uhr erreichten wir endlich die Marina. Mehmet war bereits informiert und kündigte sein Kommen für 21:00 Uhr an. Wir nutzten die Zeit zum Auspacken und machten es uns an Deck gemütlich. Zum Abendessen gab es die letzten drei Brezeln von heute Morgen, etwas Salami sowie Tomaten und Gurken, die Mehmet schon für uns an Bord gebracht hatte.

Pünktlich um 21:00 Uhr kam Mehmet vorbei. Wir machten die Abrechnung, bezahlten unser Transitlog, das für Walter im Juli, und die Kosten für die Endreinigung. Hier gab es eine kleine Überraschung: Statt der vereinbarten 80 Euro sollten es plötzlich 150 Euro sein, da er andere Leute beauftragen musste. Wir einigten uns auf 100 Euro, wobei er anmerkte, die Differenz aus eigener Tasche zu zahlen. Den vereinbarten Geldwechsel hatte er leider vergessen, schwang sich aber sofort auf sein Motorrad, um 500 Euro für uns in Türkische Lira zu tauschen. Das tat uns wirklich leid, aber wir hatten uns darauf verlassen.

Nachdem alles Geschäftliche geklärt war, saßen wir noch eine Weile im Cockpit, doch die Müdigkeit übermannte uns schnell. Gegen 23:00 Uhr fielen wir erschöpft in unsere Kojen.

Der erste Tag war geschafft! Morgen früh um 9:00 Uhr kommt Bünyamin mit unserer großen Einkaufslieferung, und dann kann der Urlaub auf der Pura Vida endlich richtig beginnen.

Die Seesäcke sind voll – na ja, fast.

Es ist soweit, Leute. Die Seesäcke sind gepackt, gestopft, reingedrückt und irgendwie zugegangen. Morgen kommen nur noch zwei Stück Parmesan obendrauf, weil eine Pasta in einer türkischen Bucht ohne anständigen Parmesan einfach keine Pasta ist, sondern nur warme Nudeln mit Soße. Das ist so ein bisschen wie Segeln ohne Wind – geht, macht aber keinen Spaß. Dolce Vita fängt beim Käse an, das ist keine Verhandlungssache.

Der Plan steht: Morgen früh schmeißt uns Dirks Nichte am Flughafen raus. Die Süße war ja selbst schon mal mit an Bord und hat das Land, die Leute und das Essen geliebt – nur die Welle, die hat sie leider nicht geliebt, und die Welle sie auch nicht. Manchmal passt es eben zwischen Mensch und Meer einfach nicht. Sie bringt uns jedenfalls sicher hin und winkt uns bestimmt ein kleines bisschen neidisch hinterher, zumindest bis sie an den Seegang und das flaue Gefühl im Magen denkt.

Dann geht’s über Istanbul nach Dalaman, Landung 17:30 Uhr, kurzer Abstecher in den Duty Free, weil man das als Tradition einfach macht, und dann mit DM-Transfer runter nach Marmaris in die Adaköy-Marina. Auf dem Hinflug haben wir mit Turkish Airlines 23 Kilo pro Nase, auf dem Rückflug mit SunExpress nur 20. Klingt erstmal nach Problem, ist aber keins, denn bis dahin sind Salami, Dosenwurst, Kaffee und Müsli längst vertilgt, und Duschgel, Sonnencreme und Shampoo bleiben einfach an Bord. Im September sind wir nämlich direkt wieder da, dann gleich für drei Wochen. Schon gut, wenn man an Bord sein eigenes Fach hat, in dem die Sachen auf einen warten. Einmal einräumen, nächstes Mal einfach wieder aufmachen – so geht cleveres Packen.

ZR steht zu diesem Zeitpunkt vermutlich immer noch vor seinem Seesack und hadert mit dem Universum. Hab ich alles? Fehlt was? Brauche ich das? Was ist mit dem Dings? Man kennt das, man liebt das, man war selbst schon da. Spoiler: Es fehlt immer was, und es ist nie das, woran man die ganze Zeit gedacht hat.

Am Samstag früh kommt dann Bünyamin mit seinem legendären Lieferservice und bringt alles von der Einkaufsliste direkt an den Steg. Der Mann ist Gold wert, ehrlich. Während wir hier noch überlegen, ob wir etwas vergessen haben, hat der das schon längst eingepackt. Und dann stehen wir vor ihr. Pura Vida. Unser Boot. Unser Zuhause für die nächsten Tage. Der Liegeplatz für Samstag Nachmittag ist auch schon gebucht, denn manche Traditionen rührt man nicht an: Es geht nach Ciftlik an den Steg vom Deniz Restaurant. Ankommen, festmachen, hinsetzen, schwimmen, aufs Wasser schauen und den ersten Abend genießen – besser kann ein Törn nicht starten.

Die Vorfreude ist mittlerweile an einem Punkt, an dem man eigentlich nicht mehr schlafen kann, es aber muss, weil morgen ein langer Tag wird. Also Augen zu, an türkisblaues Wasser denken und hoffen, dass der Wecker klingelt, bevor man vor lauter Aufregung sowieso von alleine aufwacht.

Marmaris, wir kommen.

Post aus dem Golf von Göcek: Wenn Empfehlungen Herzen öffnen – Danke, Marlies & Rainer!

Es fängt mit einer Nachricht über unsere Webseite an. Jemand schreibt, plant einen Törn, fragt nach Tipps. Ganz normal erstmal. Und dann entwickelt sich daraus etwas, das so viel größer ist als ein paar Wegpunkte und Restaurantempfehlungen.

So war das mit Marlies und Rainer.

Die beiden haben uns vor ihrem Törn angeschrieben – und wir haben gemacht, was wir am liebsten tun: Unser Wissen, unsere Erfahrungen und vor allem unsere Kontakte vor Ort geteilt. Wo lohnt es sich? Wo wird man nicht wie ein Tourist abgefertigt, sondern wie ein Gast empfangen? Wer sind die Menschen, die einem das Revier wirklich ans Herz wachsen lassen?

Bayram, Hassan, Sabit, Gülümser – Namen, die für uns längst keine Geheimtipps mehr sind, sondern Freunde. Und genau das ist das Schöne: Diese Freundschaften tragen weiter. Ibrahim schickt einen zu Mehmet, und plötzlich werden Marlies und Rainer genauso herzlich empfangen, als würden sie schon ewig dazugehören.

Das Sprachmemo, das uns sprachlos gemacht hat

Kurz vor Ende ihres Törns – letzter Abend vor Anker, die Bojentonne blinkt gemütlich vor sich hin, der Golf von Göcek liegt still da – haben uns die beiden ein Sprachmemo geschickt. Einfach so. Weil, wie Marlies sagte: „Unser Herz geht über.”

Und ehrlich? Unseres auch. Beim Zuhören.

Was uns besonders berührt hat: Marlies und Rainer sind selbst absolute Profis, wenn es ums Reisen geht. Die beiden lotsen normalerweise andere Reisende durch Afrika – Simbabwe, Namibia, Botswana, Sambia. Die wissen, was gute Beratung wert ist. Umso mehr bedeutet es uns, wenn genau diese Menschen sagen:

„Das Schönste, was wir euch mitteilen können: Ihr könnt stolz darauf sein, so viele Freundschaften aufgebaut zu haben, dass die Menschen vor Ort auch uns mit offenen Armen empfangen haben. Dieses Wohlfühlgefühl nach nur einer Woche – darauf könnt ihr stolz sein.”

Können wir das kurz sacken lassen? 🥲

Warum wir das machen

Wir sind keine Reiseagentur. Wir verkaufen nichts. Wir sind einfach zwei Leute, die dieses Revier lieben – die Buchten, die Menschen, die Abende in kleinen Lokalen, wo der Wirt sich zu dir setzt und du plötzlich Teil von etwas bist.

Und wenn wir das teilen können? Wenn jemand wie Marlies und Rainer losfährt, unseren Tipps vertraut und dann genau das erlebt, was wir selbst so lieben? Dann ist das der ganze Grund, warum es die-letzte-crew.de gibt.

Rainer hat es auf den Punkt gebracht: „Wir haben zu euch ein ganz gutes Vertrauen gehabt – und das spart Zeit. Und Zeit hat niemand genug.”

Stimmt. Und genau deshalb geben wir unser Wissen gerne weiter. Weil’s funktioniert. Weil die Empfehlungen echt sind. Weil hinter jedem Tipp eine persönliche Erfahrung steckt.

Und das Beste?

Marlies und Rainer haben uns angeboten, dass sie uns den Spieß umdrehen – sollten wir irgendwann Richtung Afrika aufbrechen, stehen sie mit ihrem Know-how bereit. „Da können wir euch wahnsinnig viele Informationen geben.”

Deal. 🤝🏼🦁

An Marlies und Rainer: Danke für euer Vertrauen, eure Wärme und dieses Sprachmemo, das uns den Abend versüßt hat. Wir hoffen sehr, dass wir uns bald persönlich kennenlernen – ob am Steg, am Ankerplatz oder irgendwann mal auf roter afrikanischer Erde.

An alle anderen: Ihr plant einen Törn und wisst nicht, wo anfangen? Schreibt uns einfach an. Genau dafür sind wir da. Nicht perfekt, nicht kommerziell – aber mit Herz und ehrlicher Begeisterung. ❤️

Fair winds, ihr zwei. Und genießt die letzten Tage!

Dirk & Nane

P.S.: Hier der Link zum Törn von Marlies und Rainer: https://findpenguins.com/7sdldbcuhlily/trip/segeln-tuerkische-aegaeis